Interview mit Nina Kraft

Ohne Zweifel - Nina Kraft war im letzten Jahr eine der erfolgreichsten Triathletinnen weltweit, neben zwei Ironmantitel wurde Sie Dritte beim Ironman Hawaii und etablierte sich in der absoluten Weltspitze.
Wo Sie im vergangenen Jahr aufgehört hat, dort knüpft Sie nahtlos in dieser Saison an - beim Duathlon auf Lanzarote feierte Sie jüngst ihren ersten Saisonerfolg - Grund genug sich einmal mit der Erfolgslady zu unterhalten.

 

3athlon:
Was deine Triathlonkarriere angeht könnte man das Jahr 2001 ja ganz sicher als das Jahr des großen internationalen Durchbruchs auf der Ironmandistanz bezeichnen. Deinen beiden Siegen in Südafrika und Roth folgte der krönende Abschluß mit Platz 3 in Kona. Wie sieht in diesem Jahr deine Wettkampfplanung aus?

Nina Kraft: Für mich kommen dieses Jahr nur zwei Langdistanzen in Frage, der Quelle Challenge in Roth und der Ironman Hawaii. Wobei meine ganze Konzentration auf den Ironman Hawaii liegt. Im April werde ich noch eine Mitteldistanz auf Lanzarote bestreiten und dann kommen noch diverse Kurz- und Mitteldistanzen in Deutschland hinzu.

3athlon: Nach der vergangenen Saison hast Du Dich nun endgültig an die deutsche und internationale Spitze der Langdistanztriathletinnen gesetzt. Wann war es Dir klar, dass Du das Zeug dazu hast? Warst Du selbst von Deinen Erfolgen überrascht, oder warst Du Dir Deiner Potentiale bewußt?

Nina Kraft: Ich habe immer an mich geglaubt - wie weit ich es schaffen würde, wusste ich jedoch nie! Für mich war es immer wichtig, das mir der Sport Spass macht, und
ich das ganze nicht zu verbissen sehe. Ich glaube, dass ist mir gut gelungen und wie es in Zukunft weiter gehen wird, werden wir sehen.


3athlon: Du hast in diesem Jahr bereits schon einen Saisonsieg beim Duathlon in Lanzarote feiern können - bist du soweit zufrieden mit deinem Training, oder gab es Komplikationen?
Nina Kraft: Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Training und habe jetzt schon Lust bei einem Ironman an den Start zu gehen, allerdings möchte ich mich nicht zu sehr kaputt
machen, deshalb muß ich mich jetzt ein wenig in Geduld üben. Am Sonntag ist mein erster Trainingstest auf Lanzarote und am 21.April folgt dann die Mitteldistanz. Danach schauen wir mal weiter.

3athlon: Im Jahr 2001 warst du bei den wichtigen Rennen immer in einer sehr guten Form. Neben deinem Talent verfügst du offensichtlich über sehr effektive Trainingskonzepte. Wer ist für die Planung und Steuerung deines Trainings verantwortlich?
Nina Kraft: Ich arbeite sehr eng mit meinen Freund zusammen und das wird auch in Zukunft so bleiben. Ich erstelle die Trainingspläne, wobei er die Feinarbeit
übernimmt .Es ist wichtig für mich selber zu entscheiden was gut im Training ist und was nicht - außerdem ist es wichtig, dass jemand hinter mir steht, dem ich vertrauen kann.


3athlon: Du bist auch über die Kurzdistanz sehr schnell, hast Du viele Tempoeinheiten trainiert, oder war das ein Nebeneffekt der Umfänge?
Nina Kraft: Ich konzentriere mich sehr stark auf den Sport, und es macht mir Spaß zu sehen, welches Training anschlägt und welches nicht. Wenn ich mir einen Trainingsplan in den Kopf gesetzt habe, versuche ich ihn auch durchzuziehen. Vielleicht ist das, das Rezept. Ich gehe auch meistens sehr gelassen in die Wettkämpfe, denn ich brauche niemanden etwas zu beweisen - bisher bin ich damit sehr gut gefahren. Was die Umfänge betrifft, denke ich, dass ich nicht mehr trainiere als die anderen.

3athlon: Thomas Hellriegel gewann als erster Deutscher den Ironman Hawaii - glaubst du, dass du in seine Fußstapfen treten könntest und beim Rennen auf
Big Island siegen könntest?

Nina Kraft: Ich bin mit meinem dritten Platz auf Hawaii sehr zufrieden und wenn ich mich unter den Top 5 etablieren kann, freue ich mich darüber. Mir ist es nicht wichtig zu gewinnen - vielmehr möchte ich einen guten Wettkampf absolvieren und mit mir selbst zufrieden sein.

3athlon: Wir haben gehört, dass du in Hawaii mit deinem Trainingsrad den Wettkampf bestritten hast - gab es dafür einen Grund?
Nina Kraft: Mit dem Rad bin ich am besten klar gekommen. Allerdings habe ich jetzt von Herrn Rose das neue Scandium Rad bekommen, und es ist für mich ein Traum auf diesem Rad zu fahren. Ich denke das ich damit die nächsten Ironman-Wettkämpfe bestreiten werde.

3athlon: Deine Erfolge sollten dich für potentielle Sponsoren sehr interessant machen, immerhin gab es selbst bei den deutschen Herren keinen Athleten mit einer derartig guten Bilanz. Wie sieht es bei dir aus, kannst du den
Sport bequem über Sponsorzuwendungen finanzieren? Hat sich diesbezüglich nach Hawaii schon etwas getan?

Nina Kraft: Es hat sich nicht sehr viel getan. Ich werde noch immer von den Preisgeldern leben müssen, so habe ich wenigstens einen Grund mich anzustrengen!!! :-))
Ich denke, dass das Problem daran liegt, dass sich hauptsachlich alles um die Herren dreht. Es ist nicht nur im Triathlon so, sondern auch in anderen Sportarten. Vielleicht ergibt sich noch mal irgendwann was...
Für mich ist es sehr wichtig das ich hinter meinen Sponsoren stehe und das gleiche erwarte ich auch andersherum. Nur so ist eine gute Zusammenarbeit möglich.


3athlon: Als Profitriathletin sieht man eine Menge Leute und ist auf vielen Wettkämpfen unterwegs - gibt es irgendetwas was dich irrsinnig am Triathlonsport stört?
Nina Kraft: Eigentlich nichts!

3athlon: Wir haben aus deinem Umfeld gehört, dass du neben dem Triathlonsport ein weiteres Hobby hast, das Malen nämlich, was war dein letztes Gemälde und
wie sah es aus?

Nina Kraft: Ich bin schon lange nicht mehr dazu gekommen, leider fehlt mir im Moment etwas die Ruhe dazu.

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Foto: TFrahmS

 




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